Als Jonah mit acht Jahren ins Tor wollte, hatte ich vom Torwartspiel keine Ahnung. Ich hatte früher selbst Fußball gespielt, aber beim ersten Handschuhkauf standen wir trotzdem ziemlich am Anfang. Welcher Grip ist gut? Wie lange hält ein Handschuh? Und muss ein brauchbares Modell wirklich so viel kosten?
Heute wissen wir: Der Handschuh ist der wichtigste Teil der Torwartausrüstung. Er schützt die Hand und muss dem Kind ein gutes Gefühl geben. Die Position verlangt ohnehin schon genug. Die Ausrüstung sollte nicht noch zu einem zusätzlichen Unsicherheitsfaktor werden.
- Ein Kind braucht keinen Profihandschuh für 180 Euro.
- Der billigste Einsteigerhandschuh ist bei regelmäßigem Training oft ebenfalls keine gute Lösung.
- Passform und Ballgefühl sind wichtiger als der Markenname.
- Haltbarkeit lässt sich nur zusammen mit Untergrund, Trainingshäufigkeit und Fangtechnik beurteilen.
Worauf sollten Eltern beim Kauf achten?
1. Der Handschuh muss zum Kind passen
Ein Modell kann auf dem Papier noch so gut sein. Wenn sich das Kind darin nicht wohlfühlt, ist es der falsche Handschuh. Manche Kinder mögen einen engen Schnitt, andere brauchen etwas mehr Platz. Deshalb würden wir ein Kind immer mitentscheiden und verschiedene Schnitte ausprobieren lassen.
2. Guter Grip und lange Haltbarkeit sind ein Kompromiss
Ein weicher, griffiger Haftschaum nutzt sich ab. Das gehört dazu. Trotzdem gibt es große Unterschiede. Für uns zählt deshalb nicht, welcher Handschuh am längsten irgendwie heil bleibt, sondern wie lange Grip, Ballgefühl und Preis zusammenpassen.
3. Kunstrasen und Fangtechnik beeinflussen den Verschleiß
Junge Torhüter kommen beim Fangen und Aufstehen häufiger mit den Handflächen auf den Boden. Auf Kunstrasen geht das Material dann schneller kaputt. Das ist nicht automatisch ein schlechter Handschuh. Oft ist es ein Teil der technischen Entwicklung.
4. Sehr billig kann am Ende teuer werden
Auch namhafte Hersteller bieten sehr günstige Einsteigermodelle an. Wir mussten allerdings erleben, dass einige davon bei regelmäßigem Training schnell verschlissen waren. Ein etwas besserer Handschuh zum fairen Angebotspreis war für uns am Ende oft günstiger.
5. Fingersave ist für uns keine Grundausstattung
Bei einem unverletzten Kind haben wir bewusst auf feste Fingerstäbe verzichtet. Jonah sollte die Fangtechnik und die Beweglichkeit seiner Hände entwickeln. Wenn ein Finger angeschlagen war, haben wir gezielt getapt. Mehr dazu steht in unserem Beitrag über Finger, Tape und Schürfwunden.
Unser Einstieg: Catch & Keep Kralle
Am Anfang trug Jonah den Kralle von Catch & Keep. Damals gab es bei der Marke noch deutlich weniger Auswahl als heute. Der Handschuh kostete ungefähr 20 bis 25 Euro.
Für uns war er in dieser Preisklasse bei Haltbarkeit, Grip und Optik die beste Lösung. Jonah benötigte ungefähr drei bis vier Paar pro Saison.
Bei jungen Torhütern hängt der Verschleiß stark von der Technik ab. Damals nutzte sich Jonahs Handschuh vor allem am Daumenballen ab. Die Fangtechnik war noch nicht sauber, die Hand kam häufiger auf den Boden.
Für Catch & Keep spricht für uns auch die Geschichte der Marke. Sie wurde von Torhütern für Torhüter gegründet und kommt aus Baden-Württemberg. Viele Torhüter in der Herren-Oberliga Baden-Württemberg spielen ihre Handschuhe. Es gibt enge und breitere Schnitte. Der Haken: Manche Serien oder Größen sind zeitweise ausverkauft.
Der Wechsel zu Uhlsport Absolutgrip
Als der Fußball beim FSV Waiblingen ambitionierter wurde, wollte Jonah etwas anderes ausprobieren. Entscheidend war am Ende der Preis. Online bekamen wir Absolutgrip-Handschuhe für ungefähr 45 Euro.
Für uns bietet der Absolutgrip das beste Verhältnis aus Preis, Ballgefühl und Leistung. Der Haftschaum wird auch im Profibereich getragen. Jonah nutzte den Cybertec HN als Spielhandschuh und den Comfort HN als Trainingshandschuh.
Cybertec HN als Spielhandschuh
Der Innennahtschnitt saß enger an der Hand. Jonah mochte das direkte Gefühl und nutzte ihn vor allem an Spieltagen.
Comfort HN als Trainingshandschuh
Der Comfort war etwas bequemer und damit für die vielen Trainingseinheiten die passendere Variante.
Bei vier bis fünf Einsätzen pro Woche hielt ein Absolutgrip bei Jonah knapp zwei Monate. Heute sieht die Abnutzung anders aus als früher. Statt am Daumenballen verschleißen die Handschuhe inzwischen eher an den Fingerspitzen.
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Eine Haltbarkeitsangabe ohne Trainingshäufigkeit, Untergrund und Fangtechnik sagt wenig aus.
Unsere Entscheidung in einem Satz
Catch & Keep war für uns ein starker Einstieg zu einem fairen Preis. Mit wachsendem Trainingsumfang wechselte Jonah zum Uhlsport Absolutgrip, weil Leistung und Angebotspreis für seinen damaligen Anspruch gut zusammenpassten.