Schutz vor Profi-Look

Profis tragen Mini-Schoner – Kinder sollten das nicht nachmachen

Mini-Shinpads sind modern. Für Kinder halten wir sie trotzdem für den falschen Kompromiss. Unsere Erfahrung mit Schutzfläche, Zweikämpfen und dem Uhlsport Carbonflex Evo.

Schienbeinschoner waren bei uns erstaunlich lange ein Diskussionsthema. Jonah wollte – wie viele Jungs – möglichst kleine Schoner. Der Grund war schnell gefunden: Bei den Profis sieht man immer wieder winzige Mini-Shinpads. Also wirken große Schoner plötzlich altmodisch.

Wir sehen das bei Kindern anders. Ein junger Fußballer muss nicht jeden Ausrüstungstrend aus dem Profifußball übernehmen. Bei einem Teil, das nur einen Zweck hat – nämlich zu schützen –, sollte die Optik für uns an zweiter Stelle stehen.

Unsere Haltung in einem Satz: so leicht und angenehm wie möglich, aber groß genug, dass der Schienbeinschoner noch eine vernünftige Fläche schützt.

Kinder sind keine kleinen Profis

Gerade im Kinder- und Jugendfußball gehen Spieler aus unserer Erfahrung oft unkontrollierter in Zweikämpfe. Nicht weil sie rücksichtsloser wären. Timing, Abstand, Körperkontrolle und Technik entwickeln sich noch. Ein Fuß kommt dadurch schneller einmal dort an, wo er nicht hin sollte.

Genau deshalb verstehen wir nicht, warum ausgerechnet Kinder auf möglichst viel Schutzfläche verzichten sollen, nur weil ein Profi mit einem winzigen Schoner spielt.

Ein Profi kann bewusst entscheiden, mit weniger Schutz zu spielen. Ein Kind kopiert häufig zuerst den Look.

Was die Regeln tatsächlich verlangen

Auch die Spielregeln lassen nicht völlig offen, was ein Schienbeinschoner leisten soll. Nach Regel 4 des IFAB müssen Schienbeinschoner aus geeignetem Material bestehen und eine angemessene Größe haben, um einen vernünftigen Schutz zu bieten. Sie müssen von den Stutzen bedeckt sein. Für Größe und Eignung ist der Spieler selbst verantwortlich.

Eine feste Mindestlänge in Zentimetern nennt die Regel allerdings nicht. Damit bleibt Spielraum. Für uns bedeutet das aber nicht: Je kleiner, desto besser. Formal zulässig und für ein Kind sinnvoll sind zwei verschiedene Fragen.

Mini-Shinpads? Im Jugendfußball würden wir darauf verzichten

Unsere persönliche Meinung ist ziemlich klar: Diese Schoner in Briefmarkengröße würden wir im Kinder- und Jugendfußball am liebsten gar nicht sehen. Das ist keine Behauptung über ein aktuelles Verbot – sondern unsere Haltung als Eltern.

Ein Schienbeinschoner muss nicht vom Knöchel bis zum Knie reichen und er darf leicht sein. Aber wenn die geschützte Fläche so klein wird, dass ein großer Teil des Schienbeins frei bleibt, passt das für uns nicht mehr zum eigentlichen Zweck.

Unser Kompromiss: Uhlsport Carbonflex Evo

Bei Jonah haben wir inzwischen einen Kompromiss gefunden, mit dem beide Seiten gut leben können: den Uhlsport Carbonflex Evo.

Der Schoner ist leicht und sehr flexibel. Uhlsport beschreibt eine flexible Plattenkonstruktion, einen Materialmix aus Polypropylen und Carbon sowie einen eingebetteten Schaum zur Aufpralldämpfung. Zum Produkt gehört auch ein elastischer Kompressionsstrumpf.

Jonah trägt den Carbonflex im Alltag ohne diesen Kompressionsstrumpf unter seinen Stutzen. Das ist unsere persönliche Praxis und keine Herstellerempfehlung. Für ihn sitzt der Schoner angenehm, stört nicht und bietet trotzdem deutlich mehr Schutzfläche als die extrem kleinen Mini-Shinpads, die er ursprünglich gerne gehabt hätte.

Was Jonah trägt: Uhlsport Carbonflex Evo. Für uns ist er ein guter Kompromiss aus Bewegungsfreiheit, geringem Gewicht und vernünftiger Abdeckung. Sportdeal24: 19,99 Euro* · Preis bei Uhlsport prüfen
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Worauf wir beim Kauf achten würden

  • Abdeckung: Der Schoner sollte nicht nur symbolisch vor dem Schienbein liegen.
  • Passform: Er muss zum Bein passen und darf beim Laufen nicht ständig verrutschen.
  • Gewicht und Flexibilität: Schutz muss nicht klobig sein. Ein Kind soll den Schoner beim Spielen möglichst wenig merken.
  • Akzeptanz: Der beste Schoner bringt nichts, wenn das Kind ihn ständig hoch- oder herauszieht. Deshalb suchen wir einen Kompromiss, den Jonah selbst gerne trägt.

Unser Fazit

Natürlich kann auch ein größerer Schienbeinschoner nicht garantieren, dass eine Verletzung verhindert wird. Darum geht es uns auch nicht. Wir möchten nur nicht freiwillig Schutzfläche aufgeben, weil es bei Profis gerade modern aussieht.

Bei Kindern ist uns ein vernünftiger Schutz wichtiger als der Profi-Look. Der Carbonflex Evo zeigt für uns, dass sich das nicht automatisch nach einem schweren, unbequemen Schoner anfühlen muss.

So wenig wie möglich – aber so viel wie nötig.

Aus unserer Erfahrung

Jan schreibt auf torwarteltern.de aus der Perspektive eines Torwartvaters. Die Inhalte beruhen auf Erfahrungen aus Jonahs Weg vom Jugendfußball bis ins Nachwuchsleistungszentrum.